Das kanadische Bergbauunternehmen Aldridge Minerals betreibt Bunt- und Edelmetall-Explorationen in der Türkei. Die seit 1995 in Toronto und nun auch in Frankfurt notierte Firma wurde 1994 als Mineralexplorations-Unternehmen gegründet. Aldridge Minerals erhielt seine derzeitige Form nach einem Reverse Takeover und einem vollständigen Austausch des Managements im Zeitraum von 2003 bis 2005. Bis alle Übernahmeschritte von der TSX genehmigt wurden, vergingen fast zwei Jahre.
Der Vorstand sowie das Beratungsgremium besteht aus erfahrenen Profis der Rohstoffbranche und der Finanz- und Unternehmensberatung. Aldridge betreibt drei Projekte in der Türkei, wo vorteilhafte Bergbau-Lizenzgebühren (2%) und Unternehmenssteuern (25-30%), sowie eine landesweit gute Verkehrs- und Elektrizitätsinfrastruktur Explorationsaktivitäten begünstigen. Aldridge beurteilt und akquiriert Explorationsprojekte im frühen bis mittleren Stadium und wächst durch den Erwerb von qualitativ hochwertigen Projekten und durch die Identifizierung neuer Vererzungen und Ressourcen. Ein Weg, Projekte mit bedeutendem Wert für Aldridge zu erwerben, ergibt sich durch die strategische Zusammenarbeit mit größeren Bergbauunternehmen. Große Bergbaukonzerne lassen die Exploration durch kleinere Unternehmen durchführen gegen die Gewährung guter Übernahme-Konditionen in gemeinsamen Projekten. Ein Beispiel ist die Zusammenarbeit von Aldridge mit BHP Billiton, dem weltgrößten diversifizierten Rohstoffkonzern.
Hintergrund:
Aldridge hat sich als Standort die Türkei ausgesucht, da hier eine politische Stabilität vorherrscht. Zudem bietet das Land, trotz oder gerade aufgrund der EU-Nichtmitgliedschaft ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Letzteres schätzen gerade Bergbauunternehmen für ein profitables Arbeiten. Auch eine mögliche EU-Mitgliedschaft der Türkei wird durch die ausländischen Investoren als positiv bewertet. Zudem agiert das Land bereits international auf dem Rohstoffsektor. Durch die Türkei verläuft die für Europa wichtige, im Bau befindliche Ölpipeline vom Kaspischen Meer zum Mittelmeer. Auch deshalb wächst die Infrastruktur rasant. In den vergangenen Jahrzehnten hat die Türkei das nationale Straßensystem systematisch ausgebaut, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung abgelegener Gebiete. Fast jeder Berg in der Türkei kann mit Allradantrieb erreicht werden. Durch die Schaffung von zahlreichen Stauseen wurden die Grundlagen zu einer weitgehend autarken Strom- und Wasserversorgung gelegt.
Das im Jahr 2004 neu verabschiedete Bergbaugesetz bietet attraktive Konditionen für Exploration und Bergbau. Die Bodennutzungsgebühr ('Royalty') bei der Ausbeutung von Lagerstätten auf Land in Staatsbesitz beträgt 2% für Produkte, die am Standort fertiggestellt werden, wie Gold/Silber-Rohbarren und Mineralkonzentrate. Falls der Bergbau auf wertvollerem Land (Waldflächen) stattfindet, steigt die Bodennutzungsgebühr auf 2,6%. Die Unternehmenssteuer liegt – wie oben erewähnt – bei 25-30%.
Große Erzvorkommen werden in der Türkei laufend exploriert, wie beispielsweise das Kisladag-Projekt von Eldorado Gold mit einer Ressource von 7,86 Mio Unzen Gold, davon sind 6,05 Mio Unzen mit Goldgehalten von 1,13 g/t gemessen und 1,82 Mio Unzen mit 0,81 g/t abgeleitet. Ein anderes großes Vorkommen ist Cöpler, das von Anatolia Minerals Development exploriert wird. Die durch Bohrungen abgeleitete Ressource beträgt derzeit 4,2 Mio Unzen mit 2,9 g/t Gold, die im Tagebau abgebaut werden können. Bei anderen Metallen ist gegenwärtig die sehr große Caldag-Nickellagerstätte in der Entwicklung, bei der European Nickel Plc aktiv ist. Die angezeigte und gemessene Ressource beläuft sich auf 38,.5 Mio Tonnen zu 1.3% Nickel und 0,07% Kobald.
Yenipazar: Foto hier
Aldridge besitzt derzeit Rechte an drei lizenzierten Explorationsgebieten in der Türkei. Auf allen Liegenschaften wurden bereits erste Bohrungen mit mehreren Bohrlöchern pro Liegenschaft durchgeführt mit dem Ziel, potentiell vererzte Zonen zu identifizieren. Yenipazar ist mit Abstand das bedeutendeste, wertvollste und am weitesten fortgeschrittene Projekt von Aldridge Minerals. Das Yenipazar-Projekt umfasst 400 km² Lizenzfläche mit einer ausgezeichneter Infrastruktur in flachem bis leicht hügeligem Gelände. Der Vererzungstyp wurde als Vulkanogen-Massivsulphid (VMS) in Schiefern mit relativ hohen Gold- und Silbergehalten ausgewiesen. Die Metamorphose führte zum Wachstum von größeren Erzkörnern, die besser und kostengünstiger auszubringen sind, als bei üblichen VMS-Lagerstätten.
Das Tagebau-Projekt ist oberflächennah mit einer 0-20°Grad geneigter Vererzung angelegt. Stellenweise tritt eine goldreiche Oxydationszone durch. Diese befindet sich in einer Tiefe ab 30 Meter. Über diese Liegenschaft besteht ein sogenannter Farm-In Vertrag mit Anatolia Minerals Development. Der Vertrag mit Anatolia beinhaltet den Erwerb von 100% der Lizenzrechte. Anatolia erhält 6% der Gewinne, bis ein Umsatz von 165 Mio USD erricht wird, dannach sind es 10%. Die dafür angesetzten Explorationsausgaben liegen bei 6 Mio.US$ über einen Zeitraum von sechs Jahren, plus einer gestaffelten Zahlung von insgesamt 950.000 US$ an Anatolia innerhalb dieser Jahre bis 2010.
Das Aldridge-Bohrprogramm von 2005 umfasste 35 Löcher mit einer durchschnittlichen Tiefe von 123 Meter. Anfang 2006 veröffentlichte das Unternehmen den angefertigten technischen Bericht über die Liegenschaft, der gemäß der Rechtsvorschrift National (NI) 43-101 ausgearbeitet wurde. Darin ist eine abgeleitete Ressource von 4.705.000 Tonnen Erz mit Konzentrationen von 1,66 g/t Gold, 35,6 g/t Silber, 0,45% Kupfer, 1,44% Blei und 1,64% Zink entdeckt worden. Weiter wurde herausgestellt, dass die Rohstoffe im offenen Tagebau abgebaut werden könnten, wodurch sich geringe Kosten der Produktion von 24,43 US$ pro verarbeiteter Tonne Erz ergeben.
Das Gebiet wird derzeit mit folgender Volumenschätzung veranschlagt: Gold 1,47 g/t mit 267.182 Unzen, Silber 32,7 g/t mit 5.943.433 Unzen, Kupfer 0,41% mit 74.520 Tonnen, Blei 1,3% mit 236.283 Tonnen und Zink 1,49% mit 270.817 Tonnen. Aktuell durchgeführte geoelektrische Messungen ergaben zwei vielversprechende Ziele für weitere Erzkörper im Umkreis von 5 Kilometer um die Yenipazar-Lagerstätte. Hierzu finden Testbohrungen statt.
Derinköy und Olucak: Foto hier
Die beiden anderen Liegenschaften, Derinköy und Olucak (130 km²), sind im 100%igen Besitz von Aldridge und wurden von BHP Billiton nach Erfüllen einer Farm-In-Vertrags durch Aldridge erworben. Bei Derinköy (92 km²) wurden zwei Bohrlöcher in eine Brekzien-Zone gebohrt und beide zeigten Abschnitte mit wirtschaftlichen Gehalten: Bohrloch DK-RC1, 0-6 m: 5,04g/t Gold, 180,5g/t Silber und DK-RC2, 42-75m: 2,13g/t Gold, 106,7g/t Silber. Diese ermutigenden Ergebnisse sollen durch weitere Bohrungen erhärtet werden, mit dem Ziel, den vertikalen und horizontalen Verlauf der Vererzung zu erkunden. Zukünftige Explorationsarbeiten sollen weitere Gold- und Silber-Zonen bei Derinköy entdecken und die gesamte Ressource im 92 km² großen Lizenzgebiet erhöhen. Andere Bohrlöcher bei Olucak (5 Bohrlöcher) und Derinköy (2 Bohrlöcher) sind nicht auf wirtschaftliche Vererzungen gestoßen.
Jedoch ist das Potential auf beiden Liegenschaften bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Beide Projekte enthalten noch nicht getestete Gold/Silber-Anomalien, von denen jede zu einer Entdeckung werden könnte. Das Derinköy Gold-/Silberprojekt mit guten Aldridge-Bohrergebnissen wurde an eine Juniorfirma ausgelagert. Der Junior kann bis zu 75% des Projektes erwerben und muss dafür im Gegenzug bis zu 2 Mio. Aktien an Aldridge liefern. Olucak-Ergebnisse weisen unter anderem eine Quartz Pyrit mit einer Goldzone von 6 Meter mit 2,21g/t Au und 125g/t Ag aus. Nachfolgende Hammerbohrungen von Verkieselungszonen erbrachten keine signifikanten Vererzungen. Die zukünftige Exploration ist auf weitere, bis jetzt nicht oder kaum untersuchte Vererzungszonen gerichtet.
Das Nickel-Projekt: Foto hier
Obwohl das Potential auf gut laugbare, lateritische Nickel-Lagerstätten in der Türkei groß ist, hat bis jetzt nur eine Gesellschaft dort ein Nickel-Projekt in der Entwicklung (Caldag mit Reserven von 33 Mio Tonnen zu 1,3% Nickel, 0,07 % Kobalt). Derartige Projekte liegen in einer Größenordnung über dem Yenipazar Bunt- und Edelmetallprojekt von Aldridge. Das große Potential für Erzlagerstätten in der Türkei birgt große Zonen mit lateritischer Nickelvererzung. Diese Art von Nickelvorkommen entsteht aus der Verwitterung von ultramafischem Gestein, das in der Türkei in ausgedehnten Bereichen vorkommt.
Ultramafisches Gestein kommt aus dem Erdmantel und enthält in frischem Zustand erhöhte Gehalte an Nickel. Wenn langanhaltende Verwitterung den oberen Teil von anstehendem ultramafischem Gestein laugt, kann das Nickel sich im unteren Teil des Verwitterungsprofils in wirtschaftlichen Konzentrationen in großen Erzkörpern anreichern (+1% Ni). Die Gesteine in solch einer Verwitterungszone sind üblicherweise eisenreich und werden ‚Laterit' genannt. Weil sie an der Erdoberfläche gebildet werden, darf danach keine oder nur wenig Hebung stattfinden, weil der Laterit sonst sofort erodiert wird. Viele der Ultramafite in der Türkei wurden während der letzten Jahrmillionen gehoben, andere aber nicht, und diese haben Laterite bewahrt.
Die Wirtschaftlichkeit von Nickel-Lateriten hängt stark davon ab, wie gut das Nickel im Gestein laugbar ist. Wie es scheint, haben gerade die türkischen Laterite sehr gute Laugungseigenschaften, was mit der großen Caldag-Nickellagerstätte in der West-Türkei demonstriert wurde. Aldridge sieht in der Türkei Potential für weitere lateritische Lagerstätten dieser Größenordnung und hat große Mengen Daten gesammelt, um entsprechende Vorkommen zu identifizieren. Dieses Programm hat bis jetzt zum Erwerb von 17 Explorationslizenzen in der West-Türkei geführt.
Auf einer dieser Lizenzen wurden zur ersten Orientierung sieben Gesteinsproben genommen, mit Ergebnissen von 0,26-8,1% Nickel. Aldridge entwirft für die Feldsaison 2007 ein adäquates Explorationsprogramm des dann vorliegenden Nickelprojekt-Portfolios.
Aktuell:
Der Preis für Nickel hat am Montag (22.01.) nach Sorgen der Anleger über niedrige Lagerbestände ein neues Rekordhoch erzielt. Zeitweise kostete eine Tonne des Industrierohstoffs 37,349 USD und damit so viel wie nie zuvor. Im weiteren Handelsverlauf bröckelte die Notierung wieder leicht auf 36,65 USD ab. Der Nickel-Preis scheine nach wie vor "immun" zu sein gegen die jüngsten Preisrückstände an den Rohstoffmärkten, sagten Rohstoffanalysten. Die steigende Nachfrage habe mittlerweile zu einem kritischen Wert bei den Reserven geführt, hieß es zudem von Experten. An den Rohstoffmärkten würden nun auch Versorgungsengpässe nicht mehr ausgeschlossen.
Analyse:
Aldridge Minerals ist es bereits nach wenigen Geschäftsjahren gelungen, eine positive NI 43-101 Studie abzuschließen und dadurch eine bedeutende Rohstoffressource auf der Yenipazar-Liegenschaft zu fixieren. Eine Produktionsstätte auf dieser Liegenschaft wäre möglich, da die Größe der definierten Stelle dafür spricht. Die weiteren Schritte in der Entwicklung des Projekts sind zum einen die Erweiterung der Ressource durch Explorationsarbeiten.
Bei Ausweitung der Projektaktivitäten ist eine reelle Marktkapitalisierung des Fünffachen des aktuellen Stands (ca. 22 Mio.€) möglich. Diese Einschätzung basiert zudem auf den aktuellen Rohstoffpreisen und Knappheit bei Nickel. Sofern es Aldridge schafft, das speziell ausgewiesene Nickel-Programm 2007 weiter voranzutreiben und zu realisieren, könnte der Aktienwert innerhalb der kommenden zwölf Monate bereits die 3-Euro-Grenze antesten. Die Risiken bei einem Explorer wie Aldridge Minerals liegen dagegen ebenfalls auf der Hand.
Fallende Rohstoffpreise können ebenso den Kurs stark negativ beeinflussen, wie definierte Ressourcen, bei denen ein wirtschaftlicher Abbau nicht sinnvoll ist. Trotz der aktuell innenpolitisch ruhigen Lage bestehen, wenn auch nur am Rande, immer wieder Risiken, wie Steuererhöhungen, eine veränderte Gesetzeslage, Verstaatlichungen, steigende Explorationskosten und höhere Gewalt. Ein Invest in diese Aktie ist deshalb sehr spekulativ und sollte grundlegend abgesichert sein.