|
Als Kingstrade die Aktie der REpower Systems AG am 2. Juni 2006 zum Kurs von 45,58€ empfahl, entsprach lediglich unser konservativ angesetztes Kusziel nicht der weiteren Entwicklung mit einer Gewinspanne von rund 500% in 2008. Inzwischen hat sich REpower als drittgrößter deutscher Hersteller von Windkraftanlagen am internationalen Markt etabliert. Die Produkte des Unternehmens sind die zuverlässigen Onshore- und Offshore-Windenergieanlagen, wobei REpower zudem Dienstleistungen wie umfassende Wartungs- und Servicepakete anbietet. Mittels Beteiligungsgesellschaften präsentiert sich REpower am internationalen Markt wie Frankreich, Spanien, Großbritannien, Griechenland, Portugal, Italien, Australien, Japan und China. So besteht schon seit 2004 eine Geschäftsbeziehung mit dem chinesischen Lizenzpartner Dongfang Turbine Co. Ltd., wobei der chinesische Turbinenhersteller Ende Dezember 2008 die 1.000 Windkraftanlage der 1,5-Megawatt-Klasse in Lizenz produziert hat.
In Hamburg sitzt die Hauptverwaltung der REpower Systems AG, von hier aus zieht das Management die Fäden. Das Entwicklungszentrum des Unternehmens befindet sich im schleswig-holsteinischen Rendsburg. Hier wurde auch die 5-Megawatt-Anlage REpower 5M konstruiert, die insbesondere für den Einsatz in Offshore-Windparks konzipiert ist. Gefertigt werden die Windkraftanlagen in der Hafenstadt Husum, die Kapazität der Fertigungshalle beläuft sich derzeit auf 350 Anlagen pro Jahr. Ein weiterer Produktions-Standort ist das nordöstlich von Berlin gelegene Trampe. Das Werk wurde 2007 auf eine jährliche Kapazität von 300 Anlagen erweitert. Insgesamt beschäftigt die REpower Systems AG mit Stichtag 31.12.2008 rund 1.640 Mitarbeiter.
| Video zur REpower 5M (Offshore-Technologie) |
|
| Video zur neuen REpower 3M (Onshore-Technologie) |
|
| Aktuelle Zahlen: 9 Monate zum 31.12.2008 |
Die REpower Systems AG hatte 2008 ihr auf das Kalenderjahr lautendes Geschäftsjahr auf den Zeitraum vom 1. April bis 31. März umgestellt. Für den Zeitraum von 1. April bis 31. Dezember 2008 wurden Umsatzerlöse von 850,51 Mio.€ und eine Gesamtleistung von 842,9 Mio.€ erzielt, im Vergleich zu 552,7 Mio.€ im entsprechenden Vorjahreszeitraum vom 1. April 2007 bis zum 31. Dezember 2007. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich von 27,9 Mio.€ auf 38,1 Mio.€. Im Berichtszeitraum vom 1. April bis 31. Dezember 2008 erhöhte sich somit die Gesamtleistung um mehr als 50% von 552,7 Mio.€ im Vorjahr auf nun 842,9 Mio.€. Ähnlich entwickelte sich der Umsatz, der im Jahresvergleich um 46% von 582,5 Mio.€ auf nun 850,5 Mio.€ anstieg. Auch das (Betriebs-) Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte erneut gesteigert werden: Im Berichtszeitraum belief es sich auf 38,1 Mio.€ im Vergleich zu 27,9 Mio.€ im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Das Jahresergebnis belief sich auf 26,11 Mio.€ (40,09 Mio.€ vor Steuern). Die Investitionen zum Stichtag wurden mit 42,39 Mio.€ verbucht.
Die Bilanzsumme weist zum 31.12.2008 einen Betrag von 875,35 Mio.€ aus und ein Eigenkapital von 377,93 Mio.€. Daraus ergibt sich eine Eigenkapitalquote von 43%. Bei 9.115.235 Stückaktien (1€ gewichteter Durchschnitt) entspricht dies somit einem Ergebnis pro Aktie (auf nicht verwässerter Basis) von 2,98€.
| Hauptaktionär: Suzlon-Gruppe |
SE Drive Technik GmbH („SEDT“), Bochum, ist eine Konzerngesellschaft der Suzlon-Gruppe. Sie hält als Mehrheitsaktionärin der REpower Systems AG nach eigenen Angaben aktuell 73,71% am Grundkapital des Unternehmens. Aufgrund des seit 2007 bestehenden Stimmrechtspools mit der Martifer-Gruppe verfügt der indische Windkraftanlagen-Hersteller bereits über einen Stimmerechtanteil an REpower von rund 91%.
Durch einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag wird die Leitung der REpower Systems AG dem Mehrheitsaktionär Suzlon unterstellt. Anfang September 2008 hatte Tulsi R. Tanti, Vorsitzender der indischen Suzlon-Gruppe, den Vorstand der REpower Systems AG aufgefordert, Verhandlungen über einen Beherrschungsvertrag mit der SEDT aufzunehmen. Ende Oktober wurden diese Verhandlungen dann eingestellt. Grund dafür waren Gespräche mit einem Bankenkonsortium über die Wachstumsfinanzierung von REpower. Das Konsortium machte es zur Voraussetzung für den Abschluss der Finanzierungsverträge, dass von dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag Abstand genommen wurde.
Im Dezember 2008 einigte sich die Suzlon-Gruppe mit der portugiesischen Martifer-Gruppe über einen Zahlungsplan für den Kauf des 22,4%-Anteils der REpower Systems AG mit einem Transaktionsvolumen von insgesamt 270 Mio.€. Der in drei Raten durchgeführte Erwerb soll bis Mai 2009 abgeschlossen sein.
| Rahmenbedingungen und aktueller Auftragsbestand |
Die Bundesregierung hat ihre vormalig zu optimisische Wachstumsprognose von +0,2% nun doch drastisch nach unten korrigieren müssen. Die Leistung der deutschen Wirtschaft wird nun mit einem Rückgang von 2,25% bewertet. Dies trifft jedoch nicht auf dem globalen Markt für Windenergie zu, denn hier wird weiterhin von einem überdurchschnittlichen Wachstum ausgegangen. Positive Impulse für diesen Markt werden zudem von der Umwelt- und Energiepolitik der neuen US-Regierung unter Führung von Barack Obama erwartet. Bis 2025 wollen die Vereinigten Staaten rund ein Viertel ihres Energieverbrauchs durch Energiegewinnung aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse decken. 150 Milliarden US$ werden dafür in den nächsten zehn Jahren bereitgestellt.
Aber auch in Deutschland verbesserten sich die Rahmenbedingungen für Windenergie-Projekte, denn am 1. Januar 2009 trat die Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetztes (EEG) in Kraft, mit verbesserten und angepassten Vergütungssätzen an die aktuelle Markt- und Kostenentwicklung. Die Einspeisevergügung für Onshore Windenergie-Anlagen erhöhte sich ab 1. Januar 2009 auf 9,2 Cent pro kWh und für Strom aus Offshore-Windkraftanlagen auf 13 Cent pro kWh. Für Offshore-Windkraftanlagen, mit deren Errichtung vor 31. Dezember 2015 begonnen wird, wird zudem ein Bonus von weiteren 2 Cent pro kWh gewährt. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2020 mindestens 30% des primären Energiebedarfs im Lande durch Strom aus erneuerbaren Energien decken zu können.
Zum 31. Dezember 2008 belief sich der Auftragsbestand auf 708 Windenergie-Anlagen (Stichtag Vorjahr: 636 Anlagen) mit einer Gesamt-Nennleistung von 1.502,6 Megawatt (31.032008: 1.422,0 MW; 31.12.2007: 1.300,5 MW). Dies entspricht einem vertraglich abgesicherten Auftragsvolumen von über 1,6 Milliarden Euro (31.03.2008: 1,4 Milliarden €; 31.12.2007: 1,3 Milliarden €). Hieraus folgt eine Steigerung von 23% gegenüber dem 31.03.2008. Die Verteilung entspricht 21% an inländischen und 79% an ausländischen Aufträgen.
Für das neue Geschäftsjahr bestätigte die REpower Systems AG seine im November 2008 angepasste Prognose für das Umsatzwachstum von 30% bis 35%, basierend auf einem Umsatzziel von 1,1 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2008/09. Aufrund der aktuellen schwachen globalen Wirtschaftlage wird jedoch ein steigendes Risiko kundenseitiger Projektverschiebungen eingeräumt. Bezüglich der installierten Leistung entspricht dies einer Steigerung von 10% bis 15%. Das schnellere Umsatzwachstum resultiert zum Teil aus den Preiserhöhungen sowie auf der Veränderung des Produktmixes sowie des Leistungsumfangs der einzelnen Aufträge. Diese Prognose geht mit einer verbesserten EBIT-Marge auf 7,5% bis 8,5% einher.
Im Sog des immensen Verkaufsdrucks 2008 konsolidierte auch die Aktie der REpower Systems AG von ihrem ATH zurück auf rund 55€, erholte sich zwischenzeitlich jedoch wieder auf knapp 100€. Mit einem internationalen Anteil an den Aufträgen von 79% hat sich der Off- und Onshore Windkraft-Anlagenhersteller klar von der Abhängigkeit vom Inlandsmarkt abgenabelt. Trotz der globalen Wirtschaftskrise wird die Politik weltweit nicht umhin kommen, mehr und mehr auf erneuerbare und umweltfreundliche Energien zu setzen. Mit seinem Mix aus Off- und Onshore Windenergie-Anlagen ist die REpower Systems AG dabei bestens aufgestellt, um von diesem gigantischen Markt zu profitieren. Kingstrade setzt ein mittelfristiges Kursziel von 150€ an. Bei durch Black-Box-Trading ausgelösten Panikverkäufen gilt generell, Aktien abzustoßen, ansonsten sollte ein herkömmlicher Trailing Stopp-Loss von 15% gesetzt werden.
|