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Umsatz vs. Gewinn –
das Finanzjahr 2007 zeigte für das Photovoltaik-Unternehmen
ErSol Solar Energy AG aus Erfurt klar die Weichenstellungen für
die kommenden Jahre. Der Jahresüberschuss fiel um rund 29%,
und trotztdem erreichte ErSol das beste Betriebsergebnis in der
Geschichte des Konzerns. Hauptprodukt von ErSol sind kristalline
Solarzellen, insbesondere multikristalline Zellen. Darüber
hinaus hält das Unternehmen vier Tochtergesellschaften und
ist an einem Joint Venture in China beteiligt. Im Juli 2005 erweiterte
ErSol seine Ausrichtung auf die Herstellung und Vertrieb von Solarzellen
mittels der Tochtergesellschaft ASi GmbH und deren Produktion
von Ingots, einem Siliziumvorprodukt zur Herstellung von Wafer,
sowie Wafer selbst, also Siliziumscheiben, aus denen Solarzellen
gefertigt werden. Der Vertrieb von Solarmodulen, Wechselrichter
und weitere Komponenten samt Service erfolgt über die Tochtergesellschaft
Aimex-Solar GmbH. Durch das Joint-Venture mit der Shanghai Electric
Solar Energy (SESE) Co. Ltd. ist ErSol auch auf dem chinesischen
Markt präsent. SESE produziert seit 2006 Solarmodule, die
von ErSol vermarktet werden.
Die ErSol Solar Energy
AG betreibt vier Produktionsstätten, die Standorte sind in
Arnstadt, Erfurt und Camarillo/ Kalifornien. An allen Unternehmensstandorten
beschäftigt ersol über 900 Mitarbeiter. Der Hauptsitz
des Konzerns befindet sich im thüringischen Erfurt, wo auch
das Hauptprodukt der Gesellschaft gefertigt wird, die multi- und
monokristallinen Silizium-Solarzellen. Ebenso in Erfurt wurde
eine Dünnschichtmodul-Produktion aufgebaut.
Produktlinien:
Wie erwähnt, fertigt ersol Solar Cells in Erfurt multi- und
monokristalline Silizium-Solarzellen. Diese zeichnen sich durch
hohe und langfristig stabile Wirkungsgrade von bis zu 16% bei
multikristallinen Silizium-Solarzellen und über 17% bei monokristallinen
Silizium-Solarzellen aus und verfügen über gutes Schwachlichtverhalten
(bei niedriger Intensität der Sonnenstrahlung). – ersol
Silicon ist wie der Name sagt, auf das Recycling von Silizium
spezialisiert. Über das Tochterunternehmen SRS Silicon Recycling
Services, Inc. werden folgende Produktgruppen angeboten: Silizium
sowohl für den Halbleiter- und Solarbereich als auch metallurgisches
Silizium und Support-Produkte. – ersol Wafers ist auf die
Herstellung von monokristallinen Ingots und Wafern spezialisiert,
die über das Tochterunternehmen der ersol-Konzerns, ASi Industries
GmbH, angeboten werden. – Die Konzerntochter ersol Thin Film
GmbH produziert am Standort Erfurt Dünnschicht-Solar-Module.
– Das Tochterunternehmen aimex-solar GmbH bietet Photovoltaik-Module
an. Die Solarmodule basieren auf hocheffizienten mono- und multikristallinen
Silizium-Solarzellen und zeichnen sich durch hohe Wirkungsgrade
und durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
In ihren Geschäftssegmenten
erzielte die ErSol Solar Energy AG 2007 einen Umsatz von 160,2
Mio. €uro, was einer Steigerung von 25% gegenüber 2006
entspricht. Die enormen Ausbauinvestitionen forderten jedoch ihren
Tribut, es kam für 2007 zu drastischen Einbußen beim
Jahresüberschuss.
Der größte Teil
der Einnahmen kam mit einem Anteil von 49% am Umsatz des Konzerns
aus dem Segment Solar Cells mit 117,1 Mio.€ (2006: 95,6).
Das Segment Wafer folgt mit 24% Umsatzanteil, was 57,0 Mio.€
entspricht (2006: 51,2). Vedoppelt konnte 2007 der Umsatz beim
vormals unter "Trading" geführten Segment "Modules"
werden, mit 47,0 Mio. €uro (2006: 23,0). Das Segment Silicon
erbrachte einen Umsatzanteil von 8,2% mit 19,7 Mio.€ (16,7).
Auslands-
höher als Inlandserlöse: Stark erhöht werden
konnten die Auslandserlöse mit einer Steigerung von 49%.
Der international erzielte Umsatz hält am Gesamtergebnis
2007 einen Anteil von 51% (2006: 43%). Der Auslands-Umsatz gliedert
sich wie folgt auf: Europäisches Ausland 28%, China in etwa
11%, USA rund 6% und Japan ebenfalls rund 6%. Damit liegen die
internationalen Umsätze erstmals höher als der Inlandsumsatz.
Am deutschen oder Inlandsmarkt konnte im Vergleich zum Vorjahr
nur ein Plus von 7,5% erwirtschaftet werden.
Hohe
Materialkosten: Mit der Erhöung und Erweiterung der
Produktion stiegen im Geschäftsjahr 2007 auch die Materialkosten.
Mit rund 105 Mio. € (2006: 81,8) schmälern sie die Gewinnmarge
maßgeblich. Zudem erhöhten sich die Personalaufwendungen
auf 23,0 Mio. € (2006: 13,3).
Plus
10% beim EBIT: Ein Plus von 10% gab es beim Betriebsergebnis
(EBIT), das auf 22,3 Mio.€ (2006: 20,3) gesteigert werden
konnte. Allein das Segment Wafers trug mit rund 50% oder 13,7
Mio.€ (2006: 10,5) bei. Das Betriebsergebnis bei Solar Cells
mit rund 8,2 Mio.€ blieb auf Vorjahresniveau, so dass der
Anteil am Gesamt-EBIT von 30% leicht absank. Der Bereich Silicon
generierte 5,5 Mio.€ (2006: 3,7), was einen Anteil von 20%
am Konerzn-EBIT bedeutet. Ein Defizit von 4,3 Mio.€ (2006:
minus 400.000€) war im Handelssegment Module zu verzeichnen.
Dieser hohe Verlust wird vor allem den Anlaufkosten der neuen
Dünnschicht-Fertigung zugeordnet, die im Sommer 2007 aufgenommen
wurde. Stark wirkt sich der Ausbau der Kapazitäten, einschließlich
der gesteigerten Personalkosten, auf die EBIT-Marge der ErSol
Solar Energy AG aus, die auf 13,9% (15,9%) abfiel. Als weiteren
Grund führt das Management mit dem Geschäftssegment
der Tochtergesellschaft aimex-solar GmbH an, wo die Gewinnmargen
gering sind.
Jahresüberschuss
mit einem Minus von 29%: Beim Finanzergebnis verdunkelten
infole einige Wolken das umsatzstarke Geschäftsjahr 2007;
so ist ein Minus von -8,9 Mio.€ (2006: 0,64) zu verzeichnen.
Ausschlaggebend dafür waren laut dem Management u.a. die
auf 4,5 Mio.€ gestiegenen Zinsaufwendungen aus der Verzinsung
der Investitionsdarlehen. Als weiteren Punkt gab das Unternehmen
die Bewertung derivativer Finanzinstrumente zum Fair Value mit
2,8 Mio.€ (2006: 0,6) an. Eine weitere Belastung in Höhe
von 2 Mio.€ (2006: 800.000€) sei durch Währungseffekte
entstanden. So fiel für das Geschäftsjahr 2007 das Ergebnis
vor Steuern auf 13,4 Mio.€ (2006: 19,7), die Steuerlast belief
sich auf 4,7 Mio.€ (2006: 7,4). Dies bedeutet, dass der Jahresüberschuss
um 29% auf 8,7 Mio.€ (2006: 12,3) fiel. Für 2007 belief
sich somit das Ergebnis pro Aktie (auf völlig verwässerter
Basis) auf 0,85€ (2006: 1,25€).
Umsatzverdoppelung
in Q1 2008 gegenüber Vorjahr: Der Umsatz im 1. Quartal
2008 belief sich auf 52,4 Mio.€. Damit hat ErSol im Vergleich
zum 1. Quartal 2007 den Umsatz verdoppelt. Das operative Ergebnis
(EBIT) erhöhte sich um 79,5% auf 7,7 Mio.€.. Nach wie
vor durch die oben erwähnten Faktoren belastet blieb die
EBIT-Marge, sie betrug 14,8% im 1. Quartal (16,5% Q1 2007).
Das verlautbarte strategisches
Ziel der ErSol Solar Energy AG ist es, weiterhin profitabel und
schneller als der Markt zu wachsen. Eine erhgeizige Aufgabe, die
wie bei allen Konkurrenten am Markt, derzeit vor allem von der
Verfügbarkeit von Silizium abhängt. Der ErSol-Konzern
sicherte sich Silizium-Lieferungen durch langfristige Verträge.
2007 schloss ErSol Lieferabkommen mit Hermlock Semiconductor Corporatin
(HSC) und der Wacker Chemie AG. Laut dem Management sei der Silizium-Bedarf
des Konzern bis 2012 vertraglich fast vollkommen abgesichert.
2007 schloss ErSol mit
der Solon AG einen Liefervertrag für Solarzellen mit dem
Volumen von 1 Milliarden €uro, was im Zuge weiterer Aufträge
das Unternehmen in die Position bringt, die gesamte Produktion
2008 schon verkauft zu haben. Laut dem Managment bestehen für
die bis 2012 veranschlagte Produktion schon Abnahmeverpflichtungen
in der Spanne von über 60%.
Der Erfolg am internationalen
Markt ist nicht hoch genug einzuschätzen, löst sich
das Unternehmen somit doch von der Abhängigkeit vom Inlandsmarkt.
Einen Förder-Boom erlebt der Photovoltaik-Technik nach Deutschland
derzeit in Frankreich und weitere Länder werden dem folgen.
Das KGV wird für das aktuelle und die nächsten Jahre
wie folgt geschätzt: 2008: 16,30 – 2009: 13,70 –
2010: 11,15.
Die Gewinn-Einbußen
im Geschäftsjahr 2007 stehen festen Lieferabkommen für
100% der Produktion in 2008 und schon jetzt bis zu 70% bis 2012
gegenüber. Es ist also damit zu rechnen, dass der ErSol-Konzern
alsbald bessere Zahlen vorlegen wird. Die Aktie eignet sich als
mittelschwer gewichtete Depotbeimischung – 1. Ziel ist das
alte ATH von über 90 €uro von Ende Oktober 2007.
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