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Geschrieben von Administrator   
Sonntag, 18. Mai 2008
Symbol
ES6.FSE
 
Ausgegebene Aktien
11 Mio. Stück
WKN
662753
 
Marktkapitalisierung
660 Mio. €
ISIN
DE0006627532
 
Vorstellung / Kurs: 15.05.2008
60 €
Website
 
Trailing Stopp Loss
- 15 %
Charts
 
Kursziel
90 €

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Umsatz vs. Gewinn – das Finanzjahr 2007 zeigte für das Photovoltaik-Unternehmen ErSol Solar Energy AG aus Erfurt klar die Weichenstellungen für die kommenden Jahre. Der Jahresüberschuss fiel um rund 29%, und trotztdem erreichte ErSol das beste Betriebsergebnis in der Geschichte des Konzerns. Hauptprodukt von ErSol sind kristalline Solarzellen, insbesondere multikristalline Zellen. Darüber hinaus hält das Unternehmen vier Tochtergesellschaften und ist an einem Joint Venture in China beteiligt. Im Juli 2005 erweiterte ErSol seine Ausrichtung auf die Herstellung und Vertrieb von Solarzellen mittels der Tochtergesellschaft ASi GmbH und deren Produktion von Ingots, einem Siliziumvorprodukt zur Herstellung von Wafer, sowie Wafer selbst, also Siliziumscheiben, aus denen Solarzellen gefertigt werden. Der Vertrieb von Solarmodulen, Wechselrichter und weitere Komponenten samt Service erfolgt über die Tochtergesellschaft Aimex-Solar GmbH. Durch das Joint-Venture mit der Shanghai Electric Solar Energy (SESE) Co. Ltd. ist ErSol auch auf dem chinesischen Markt präsent. SESE produziert seit 2006 Solarmodule, die von ErSol vermarktet werden.

 ErSol im Profil

Die ErSol Solar Energy AG betreibt vier Produktionsstätten, die Standorte sind in Arnstadt, Erfurt und Camarillo/ Kalifornien. An allen Unternehmensstandorten beschäftigt ersol über 900 Mitarbeiter. Der Hauptsitz des Konzerns befindet sich im thüringischen Erfurt, wo auch das Hauptprodukt der Gesellschaft gefertigt wird, die multi- und monokristallinen Silizium-Solarzellen. Ebenso in Erfurt wurde eine Dünnschichtmodul-Produktion aufgebaut.

Produktlinien: Wie erwähnt, fertigt ersol Solar Cells in Erfurt multi- und monokristalline Silizium-Solarzellen. Diese zeichnen sich durch hohe und langfristig stabile Wirkungsgrade von bis zu 16% bei multikristallinen Silizium-Solarzellen und über 17% bei monokristallinen Silizium-Solarzellen aus und verfügen über gutes Schwachlichtverhalten (bei niedriger Intensität der Sonnenstrahlung). – ersol Silicon ist wie der Name sagt, auf das Recycling von Silizium spezialisiert. Über das Tochterunternehmen SRS Silicon Recycling Services, Inc. werden folgende Produktgruppen angeboten: Silizium sowohl für den Halbleiter- und Solarbereich als auch metallurgisches Silizium und Support-Produkte. – ersol Wafers ist auf die Herstellung von monokristallinen Ingots und Wafern spezialisiert, die über das Tochterunternehmen der ersol-Konzerns, ASi Industries GmbH, angeboten werden. – Die Konzerntochter ersol Thin Film GmbH produziert am Standort Erfurt Dünnschicht-Solar-Module. – Das Tochterunternehmen aimex-solar GmbH bietet Photovoltaik-Module an. Die Solarmodule basieren auf hocheffizienten mono- und multikristallinen Silizium-Solarzellen und zeichnen sich durch hohe Wirkungsgrade und durch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.

 Finanzen

In ihren Geschäftssegmenten erzielte die ErSol Solar Energy AG 2007 einen Umsatz von 160,2 Mio. €uro, was einer Steigerung von 25% gegenüber 2006 entspricht. Die enormen Ausbauinvestitionen forderten jedoch ihren Tribut, es kam für 2007 zu drastischen Einbußen beim Jahresüberschuss.

Der größte Teil der Einnahmen kam mit einem Anteil von 49% am Umsatz des Konzerns aus dem Segment Solar Cells mit 117,1 Mio.€ (2006: 95,6). Das Segment Wafer folgt mit 24% Umsatzanteil, was 57,0 Mio.€ entspricht (2006: 51,2). Vedoppelt konnte 2007 der Umsatz beim vormals unter "Trading" geführten Segment "Modules" werden, mit 47,0 Mio. €uro (2006: 23,0). Das Segment Silicon erbrachte einen Umsatzanteil von 8,2% mit 19,7 Mio.€ (16,7).

Auslands- höher als Inlandserlöse: Stark erhöht werden konnten die Auslandserlöse mit einer Steigerung von 49%. Der international erzielte Umsatz hält am Gesamtergebnis 2007 einen Anteil von 51% (2006: 43%). Der Auslands-Umsatz gliedert sich wie folgt auf: Europäisches Ausland 28%, China in etwa 11%, USA rund 6% und Japan ebenfalls rund 6%. Damit liegen die internationalen Umsätze erstmals höher als der Inlandsumsatz. Am deutschen oder Inlandsmarkt konnte im Vergleich zum Vorjahr nur ein Plus von 7,5% erwirtschaftet werden.

Hohe Materialkosten: Mit der Erhöung und Erweiterung der Produktion stiegen im Geschäftsjahr 2007 auch die Materialkosten. Mit rund 105 Mio. € (2006: 81,8) schmälern sie die Gewinnmarge maßgeblich. Zudem erhöhten sich die Personalaufwendungen auf 23,0 Mio. € (2006: 13,3).

Plus 10% beim EBIT: Ein Plus von 10% gab es beim Betriebsergebnis (EBIT), das auf 22,3 Mio.€ (2006: 20,3) gesteigert werden konnte. Allein das Segment Wafers trug mit rund 50% oder 13,7 Mio.€ (2006: 10,5) bei. Das Betriebsergebnis bei Solar Cells mit rund 8,2 Mio.€ blieb auf Vorjahresniveau, so dass der Anteil am Gesamt-EBIT von 30% leicht absank. Der Bereich Silicon generierte 5,5 Mio.€ (2006: 3,7), was einen Anteil von 20% am Konerzn-EBIT bedeutet. Ein Defizit von 4,3 Mio.€ (2006: minus 400.000€) war im Handelssegment Module zu verzeichnen. Dieser hohe Verlust wird vor allem den Anlaufkosten der neuen Dünnschicht-Fertigung zugeordnet, die im Sommer 2007 aufgenommen wurde. Stark wirkt sich der Ausbau der Kapazitäten, einschließlich der gesteigerten Personalkosten, auf die EBIT-Marge der ErSol Solar Energy AG aus, die auf 13,9% (15,9%) abfiel. Als weiteren Grund führt das Management mit dem Geschäftssegment der Tochtergesellschaft aimex-solar GmbH an, wo die Gewinnmargen gering sind.

Jahresüberschuss mit einem Minus von 29%: Beim Finanzergebnis verdunkelten infole einige Wolken das umsatzstarke Geschäftsjahr 2007; so ist ein Minus von -8,9 Mio.€ (2006: 0,64) zu verzeichnen. Ausschlaggebend dafür waren laut dem Management u.a. die auf 4,5 Mio.€ gestiegenen Zinsaufwendungen aus der Verzinsung der Investitionsdarlehen. Als weiteren Punkt gab das Unternehmen die Bewertung derivativer Finanzinstrumente zum Fair Value mit 2,8 Mio.€ (2006: 0,6) an. Eine weitere Belastung in Höhe von 2 Mio.€ (2006: 800.000€) sei durch Währungseffekte entstanden. So fiel für das Geschäftsjahr 2007 das Ergebnis vor Steuern auf 13,4 Mio.€ (2006: 19,7), die Steuerlast belief sich auf 4,7 Mio.€ (2006: 7,4). Dies bedeutet, dass der Jahresüberschuss um 29% auf 8,7 Mio.€ (2006: 12,3) fiel. Für 2007 belief sich somit das Ergebnis pro Aktie (auf völlig verwässerter Basis) auf 0,85€ (2006: 1,25€).

Umsatzverdoppelung in Q1 2008 gegenüber Vorjahr: Der Umsatz im 1. Quartal 2008 belief sich auf 52,4 Mio.€. Damit hat ErSol im Vergleich zum 1. Quartal 2007 den Umsatz verdoppelt. Das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 79,5% auf 7,7 Mio.€.. Nach wie vor durch die oben erwähnten Faktoren belastet blieb die EBIT-Marge, sie betrug 14,8% im 1. Quartal (16,5% Q1 2007).

 Ausblick und Analyse

Das verlautbarte strategisches Ziel der ErSol Solar Energy AG ist es, weiterhin profitabel und schneller als der Markt zu wachsen. Eine erhgeizige Aufgabe, die wie bei allen Konkurrenten am Markt, derzeit vor allem von der Verfügbarkeit von Silizium abhängt. Der ErSol-Konzern sicherte sich Silizium-Lieferungen durch langfristige Verträge. 2007 schloss ErSol Lieferabkommen mit Hermlock Semiconductor Corporatin (HSC) und der Wacker Chemie AG. Laut dem Management sei der Silizium-Bedarf des Konzern bis 2012 vertraglich fast vollkommen abgesichert.

2007 schloss ErSol mit der Solon AG einen Liefervertrag für Solarzellen mit dem Volumen von 1 Milliarden €uro, was im Zuge weiterer Aufträge das Unternehmen in die Position bringt, die gesamte Produktion 2008 schon verkauft zu haben. Laut dem Managment bestehen für die bis 2012 veranschlagte Produktion schon Abnahmeverpflichtungen in der Spanne von über 60%.

Der Erfolg am internationalen Markt ist nicht hoch genug einzuschätzen, löst sich das Unternehmen somit doch von der Abhängigkeit vom Inlandsmarkt. Einen Förder-Boom erlebt der Photovoltaik-Technik nach Deutschland derzeit in Frankreich und weitere Länder werden dem folgen. Das KGV wird für das aktuelle und die nächsten Jahre wie folgt geschätzt: 2008: 16,30 – 2009: 13,70 – 2010: 11,15.

Die Gewinn-Einbußen im Geschäftsjahr 2007 stehen festen Lieferabkommen für 100% der Produktion in 2008 und schon jetzt bis zu 70% bis 2012 gegenüber. Es ist also damit zu rechnen, dass der ErSol-Konzern alsbald bessere Zahlen vorlegen wird. Die Aktie eignet sich als mittelschwer gewichtete Depotbeimischung – 1. Ziel ist das alte ATH von über 90 €uro von Ende Oktober 2007.

 

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